ALLGEMEINE UND SPEZIELLE ZAHNHEILKUNDE
FACHORDINATION FÜR IMPLANTOLOGIE
PRIVAT UND ALLE KASSEN
Ordinationszeiten
Termine nach
telefonischer Vereinbarung
Mo 12 bis 18 Uhr
Di 13 bis 18 Uhr
Mi 12 bis 18 Uhr
Do 8.30 bis 14 Uhr
Akut-und Schmerzfälle werden innerhalb der Ordinationszeiten
sofort behandelt, bitte vorher anrufen.
Sehr
geehrte Patientin,sehr geehrter Patient.
Diese Webseite soll zu Ihnen nützliche Informationen anbieten
und
in manchen Dingen auch eine Hilfestellung sein, um sich in Ruhe vor
oder nach einem Arztbesuch mit unseren Leistungen zu
beschäftigen.
Hier finden Sie im Anschluß ein Interview von Frau DDr.
Barbara
Wamprechtshammer aus der Zeitschrift MAXIMA vom April 2008, das einen
kurzen Überblick über die Zahnheilkunde im
Allgemeinen und
unsere spezielle Sicht in einigen Dingen wiedergibt.
Interviewfragen
zum Thema „Schönheit in aller Munde“ Maxima April Ausgabe
Welche
Zahnfüllungen würden sie empfehlen und warum?
Amalgam
ist nochimmer das von der Krankenkasse vorgeschriebene
Füllungsmaterial und in puncto Haltbarkeit und Abriebfestigkeit
als
soziales Füllungsmaterial unbestritten, aufgrund der Farbe ,des
Schwermetallgehalts (Quecksilber) und der umstrittenen möglichen
Gesundheitsschädigung wird es von den Patienten und Ärzten
zunehmend
abgelehnt.
Glasionomerzement ist ein weisses, fluoridabgebendes Material,welches
sich besonders als Übergangslösung zu einer hochwertigen und
langfristigen Versorgung sehr gut eignet und darum sehr häufig statt Amalgam verwendet wird.
Die
neuen Kunststoffe sind sehr gute Füllungsmaterialien ,vorausgesetzt
sie werden sorgfältigst absolut trocken und in Schichttechnik
verarbeitet,was zeitaufwändig ist und den Preis begründet,der
privat zu bezahlen ist.
Keramikinlays
werden vom Zahntechniker gefertigt und haben den deutlichen Nachteil,
dass Keramik sehr hart und spröde ist und brechen kann, und die
Inlays mit Kunststoff eingeklebt werden, welcher sich mit der Zeit
auswäscht und schrumpft,sodass in die Klebefuge wieder
Kariesbekterien einwandern und die Füllung unterminieren können.
Eine
Krone empfielt man bei wurzelbehandelten Zähnen und wenn nur mehr
wenig Zahnsubstanz übrig ist.
Veneers
sind Keramikschalen,welche bei extremen Verfärbungen oder zur
optischen Korrektur von Zahnfehlstellungen auf die Vorderseite der
Frontzähne geklebt werden.
Bei
kleinen Füllungen und im beim Sprechen und Lachen sichtbaren Bereich
empfehle ich meist Kunststofffüllungen.
Im
nichtsichtbaren Bereich der großen Backenzähne, welche die größte
Kaubelasung tragen müssen, gibt es meiner Meinung nach nochimmer
keine bessere Versorgung als vom Zahntechniker angefertigte
Goldfüllungen, sogenannte Inlays.
Nachteilig
ist, dass sie nicht zahnfarben sind und es anfänglich zu
Temperatursensibilitäten kommen kann.
DieVorteile
hingegen sind die exakte Passform, die zahnfleischfreundlichen und
bakteriostatischen (das Bakterienwachstum hemmenden) Eigenschaften
von Gold, seine Kaltschmiedbarkeit (die Füllungsränder schmieden
sich beim Kauen noch zusätzlich an), seine Abrieb,-und
Bruchfestigkeit.
Somit
ist das Goldinlay die langfristigste und daher von mir bevorzugte
Versorgung.
Was
hat sich in den letzten Jahren in Punkto „ästhetische Zahnmedizin“
getan? Ist die Nachfrage extrem gestiegen? Gab es wesentliche
Neuentwicklungen?
Gestiegen
ist vor allem das ästhetische Bewusstsein und damit der Wunsch nach
schönen, zahnfarbenen Füllungen,also völlig unsichtbaren
Restaurationen. Auch der Wunsch nach völlig metallfreiem Zahnersatz
nimmt immer mehr zu.
Dies
bringt den verantwortungsvollen Arzt in ein kleines Dilemma,da keine
weiße Füllung (egal ob Keramik, Kunststoff oder Zement) in den
meisten Fällen auch nur annähernd die Langzeithaltbarkeit einer
Restauration mit Gold erreicht.
Wesentlich
verbessert wurde die Bruch und Biegefestigkeit metallfreier Brücken
und Kronen,diese sind jetzt auch im Seitzahnbereich ,wo höhere
Kaukräfte wirken, einsetzbar,was besonders für Allergiker und
Patienten, die Metalle im Mund grundsätzlich ablehnen, sinnvoll
sein kann.
Zahnimplantate
sind nicht neu,doch wird eine Versorung eines verlorengegangenen
Zahnes oder eine gesamte Restauration mittels dieser künstlichen
Zahnwurzeln aus Titan immer mehr zum Standard sowohl in der
Ordination als auch im Bewußtsein der Patienten.
Ein
Beschleifen gesunder Nachbarzähne zum Ersatz eines Zahnes mittels
einer Brücke ist damit meist nicht mehr notwendig.
Kieferorthopädische
Therapie,kaum sichtbar, zur Behebung von Zahnfehlstellungen wird
auch im Erwachsenenalter immer häufiger eingesetzt, ja regelrecht
modern,aber auch hier sollte die Relation zwischen Aufwand und
Ergebnis gut abgewogen werden.
Welche
Formen von Zahnersatz gibt es und wann sind welche zu empfehlen?
Prinzipiell
unterscheidet man zwischen abnehmbaren und festsitzendem Zahnersatz.
Der
bekannteste abnehmbare ist wohl die Totalprothese aus Kunststoff beim
völlig zahnlosen Patienten klassisch festsitzend ist eine Brücke
oder eine Krone auf einem Implatat.
Dazwischen
gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten ,die sowohl den
Bedürfnissen des Patienten, der Situation im Mund als auch die
finanzielle Situation angepasst werden müssen.
Nicht
immer ist die festsitzende Konstruktion auch die geeigneteste, da ja
zum Beispiel bei älteren Menschen die Putzbarkeit berücksichtigt
werden muss.
Die
individuelle Beratung steht auch hier immer im Vordergrund.
Da
heute verlorengegangene Zähne meist sofort ersetzt werden ,ist in
unserer Ordination die Versorgung mittels Implantat mittlerweile die
bei weitem häufigste, für den Patienten ist in Funktion und
Aussehen nahezu kein Unterschied zum eigenen Zahn bemerkbar.
Welche
Zahnaufhellungssysteme gibt es, worauf muss man achten und wozu
würden Sie raten?
Der
Zahnschmelz besitzt eine von Mensch zu Mensch verschiedene homogene
kristalline Struktur.
Durch
diese sowie durch die Dicke des Zahnschmelzes und die Farbe des
darunterliegenden Zahnbeines ,Dentin genannt,ergeben sich
verschiedene Zahnfarben.
In
die Schmelzstruktur können sich je nach Lebensgewohnheiten Stoffe
einlagern und diese verfärben,vorallem Tee,
Kaffee,Rauchinhaltsstoffe,aber auch Rotwein.
Um
diese Verfärbungen aufzuhellen (die Grundfarbe der Zähne kann dabei
nicht verändert werden, )gibt es verschiedene Möglichkeiten ,die
alle auf demselben Prinzip beruhen.
Es
gibt office(praxis) und home bleaching,welche sich hauptsächlich
durch die Konzentration des Bleichmittels,meist auf
Wasserstoffperoxidbasis (H2O2),unterscheiden.
Diese
Konzentration kann in der Ordination durch exakte Positionierung und
Zahnfleischschutz höher sein und durch Licht und-oder Laser
verstärkt werden,weshalb ein schnelleres und besseres Ergebnis
erzielt werden kann,welches 6-12 Monate anhält.
Ein
gleichmäßiges Ergebnis kann nur bei füllungsfreien Zähnen
erreicht werden und es ist wichtig zu wissen,dass
Kunststofffüllungen, aber auch Kronen und Keramikfüllungen nicht
mitaufgehellt werden können, was eventuell neue Füllungen nach dem
Bleaching notwendig machen kann.
Auch
Zahnbeläge beeinträchtigen die Aufhellung, daher sollte unbedingt
vorher eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden.
Nach
dem Bleichen ist eine Flouridierung des Schmelzes notwendig, da
dieser durch die Behandlung geschwächt wird.
Meines
Wissens nach konnte aber bei richtiger Behandlung in keiner Studie
eine dauerhafte Schädigung des Schmelzes nachgewiesen werden, bei
unsachgemäßer Anwendung kann es jedoch zu Zahnfleischreizungen und
bei sensiblen Zähnen zu schmerzhaften Überempfindlichkeiten kommen.
Hat
man bereits empfindliche Zähne und Zahnhälse, sollten man daher
unbedingt vom Bleichen Abstand nehmen.
Generell
und aus dem oben Genannten geht hervor,dass ohne vorherige fachliche
Beratung und Zahnreinigung von Zahnaufhellungssystemen aus Apotheke
und Drogeriemarkt abzuraten ist.
Wie
sinnvoll sind weißmachende Zahncremes? Kann damit die Grundfarbe der
Zähne verändert werden?
Sie
wirken durch die Menge und Körnung der enthaltenen Schmirgelstoffe.
Durch
diese Schmirgelstoffe-vergleichbar Scheuermilch- und den hohen
Anpressdruck beim Zähneputzen (man will ja weißere Zähne) wird
effektiv Zahnsubstanz entfernt.
Das
schädigt aber auf Dauer die Zähne und führt zu Empfindlichkeiten
bis hin zu Putzdefekten vor allen im Zahnhalsbereich, da dort der
Zahn nicht mehr durch den Schmelz geschützt und das deutlich
weichere Zahnbein geschädigt wird.
Weiters
wird der Zahnschmelz durch die groben Pasten aufgerauht, wodurch
Verfärbungen immer schneller entstehen, was wiederum zu häufigerer
Anwendung führt.
Durch
das durchschnittlich stark verbesserte Putzverhaltens aufgrund
gestiegener ästhetischer Ansprüche kommen immer mehr,immer jüngere
Patienten in unserer Ordination,welche bereits massive Putzdefekte
aufweisen.
Ein
Hilfsmittel für den Konsumenten ist dabei der RDA-wert,der ein Maß
für die Abrasivität (also die Grobheit der paste) darstellt und
unter 70 sein sollte.
Zahnpasten
für empfindliche Zähne weisen einen RDA-wert von ca. 30 auf und
werden von mir zur Zahnreinigung grundsätzlich jedem Patienten
empfohlen.
Einige
Hersteller geben diesen Wert bereits auf der Tube an, bei anderen
kann eventuell die Servicetelefonnummer Auskunft geben.
Wie
sieht die ideale Zahnpflege aus?
Noch
immer gilt: zweimal täglich Zähne putzen.
Allerdings
nicht direkt nach dem Essen,da durch den Ph-wertabfall (Säure) der
Zahnschmelz leichter angreifbar ist, also am besten 30 Minuten
warten.
Nach
jedem Essen (vor allem nach Süßem,aber auch Obst) sollte der Mund
darum gründlich mit Wasser gespült werden.
Zahn
für Zahn putzen, nicht über die ganze Zahnreihe schrubben ,kleine
kreisende Bewegungen, Borsten 45° Richtung Zahnfleisch
geneigt.,wichtig besonders der Übergang Zahnfleisch-Zahn,der oft
vernachlässigt wird. Hier sitzen die meisten Beläge und
Bakterien,wie auch auf der Zunge selbst ,die deshalb auch mit der
Bürste gereinigt werden sollte.
Zahnfleischbluten
ensteht nicht durch Putzen und Zahnseiden, sondern ist meist Ausdruck
einer Entzündung durch nicht weggeputzte Bakterienbeläge!!!
Im
Anschluß an etwa zwei Minuten Putzen noch einmal pro Tag die
gründliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit einer ungewachsten
Zahnseide, dies schützt vor Zahnzwischenraumkaries und chronischer
Zahnfleischentzündung durch Beläge zwischen den Zähnen,welche zu
vorzeitigem Zahnverlust (durch Parodontose )und auch Mundgeruch
führen.
Zumindest
einmal jährlich eine professionelle Reinigung der
Zähne(Mundhygienesitzung) durchführen lassen.
Patienten
mit Kronen,Brücken,Zahnfehlstellungen und großen Zwischenräumen
durch Parodontose (Zahnfleisch und Knochenrückgang) benötigen auch
andere, individuelle Hilfsmittel wie
Zahnzwischenraumbürsten,verdickte Zahnseide(Floss) und Ähnliches.
Generell
sollte jedermann im Rahmen einer Mundhygienesitzung das richtige
Putzen und die für ihn idealen Hilfsmittel gezeigt und erklärt
bekommen haben.
Dies
gilt besonders auch schon für Kinder.
Worauf
sollte man beim Kauf von Zahnbürsten achten?
Weiche
Bürste mit kurzem, kleinem Kopf und dichtem, geradem Borstenfeld,
die
einfachsten Bürsten sind die besten.
Keine
Naturborsten (zu dick und unhygienisch).
Bei
elektrischen Zahnbürsten mit rotierendem Kopf muss man noch mehr auf
den Druck achten,den
man ausübt,der auf Dauer und in Kombination mit groben Zahnpasten
Putzdefekte und damit empfindliche Zähne und auch
Zahnfleischrückgang verursachen kann.
Davor
schützen die von mir meist empfohlenen Ultraschallzahnbürsten,die
nur schwingen und nicht mechanisch hin und her bewegt werden.
Für
alle Bürsten gilt :nicht zu stark andrücken und rechtzeitig
wechseln (ungefähr alle drei Monate,spätestens aber bei bleibender
Verformung der Borsten)
Die
ewige Frage:Elektrische- oder Handzahnbürste? habe ich für mich so
gelöst, dass ich morgens mit der Hand- und abends mit der
elektrischen Ultraschallzahnbürste putze,da man durch die
unterschiedlichen Techniken eine geringere Wahrscheinlichkeit hat,
Stellen auszulassen.
ZUSAMMENFASSEND
sehe
ich mich primär der Zahngesundheit verpflichtet und nicht dem von
der Werbung und Hollywood vermittelten Anspruch auf schneeweiße und
ebenmäßige Zähne.
Wichtig
ist mir die Aufklärung des Patienten, um ihm so einen Zugang zu und
Bewusstsein für seine Zähne zu verschaffen und mit falschen
Vorstellungen aufzuräumen.
Oft
gelingt es so, ihn zu überzeugen,dass zum Beispiel seine eigentliche
Zahnfarbe natürlich und schön ist und vielleicht nur eine
Mundhygienesitzung zur Entfernung der störenden Belägen notwendig
ist oder etwaige leichte Zahnfehlstellungen (sofern sie keine
funktionelle Beeinträchtigung bedeuten,welche natürlich
kieferorthopädisch korrigiert werden sollen) durchaus charmant sind
und zu
seinem Gesicht und seiner Persönlichkeit passen.
Vorrangig
sind die Hinführung des Patienten zur perfekten Zahnpflege und eine
genau auf ihn zugeschnittene Versorgung zum langfristigem Erhalt der
Zähne.
Denn
weiß und gerade bedeutet noch lange nicht gesund.
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